Typ 1 Diabetiker  ≈  mein süßes Leben

Accu-Chek Smartguide Test und Vergleich mit dem Dexcom G7

Erste Eindrücke vom Smartguide CGM

Anfang Oktober erfuhr ich durch eine Internetrecherche, dass die Firma Roche einen neuen CGM-Sensor auf den Markt gebracht (Accu-Chek SmartGuide) hat. Sie bewirbt den Sensor mit der Aussage, dass dieser weiß, wo die Zuckerwerte stehen und in welche Richtung sie sich voraussichtlich bewegen. Somit sollen intelligente Vorhersagen der voraussichtlichen Zuckerwerte für bis zu sieben Stunden möglich sein.
Produktseite: [externer Link]
Man kann sich voraussichtlich bis Ende des Jahres einen kostenlosen Testsensor zusenden lassen. Die Bedingungen dazu finden Sie hier: [externer Link]

Als Erfahrungsmensch (Empiriker) war ich sehr interessiert und habe mir den Testsensor sofort bestellt. Er wurde sehr schnell geliefert und ich habe ihn mir am 16.11.2025 gesetzt, was keine Probleme bereitete.

Mein erster Eindruck von der Messgenauigkeit schon vor der ersten Kalibrierung war äußerst positiv.

Leider ist der Sensor nach gut fünf Tagen ausgefallen. Bei der Smartguide-Hotline (keine Wartezeit) wurde mir zugesichert, dass ich einen Ersatzsensor bekomme, der in der Zwischenzeit auch angekommen ist.

Da ich in den ersten fünf Tagen schon viele Erkenntnisse und Eindrücke gewonnen habe, möchte ich diese hier als vorläufig zur Verfügung stellen. Nach der 14-tägigen Nutzung des Ersatzsensors (Ablaufdatum 9.12.2025) werde ich hier einen abschließenden Bericht veröffentlichen.

Mein vorläufiges Fazit

Herzlichen Glückwunsch an die Firma Roche. Es ist gelungen, mit dem ersten CGM-Sensor schon bei Markteintritt eine Hardware (Accu-Chek Smartguide Sensor) mit sehr hoher Präzision bei der Messung der Glukosewerte zu präsentieren. Der Ausfall des ersten Sensors nach gut fünf Tagen und das Pflaster (bei mir allergische Reaktion) bieten jedoch noch Spielraum für Verbesserungen.

Bei der Software (Smartguide-App, Predict-App) sehe ich, wie das bei Markteinführungen zu erwarten ist, noch einige Verbesserungsmöglichkeiten. Die Dexcom G7-App war bei Markteinführung vor drei Jahren auch noch nicht so umfangreich und ausgereift wie heute. Ich gehe davon aus, dass die Accu-Chek-Apps auch kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Somit ist der Accu-Chek Smartguide schon jetzt eine gute Alternative für Diabetiker*innen, die einen Sensor eines europäischen Herstellers wünschen oder die mit ihrem FreeStyle Libre von Abbott nicht zufrieden sind. Der Smartguide (14 Tage Laufzeit) kommt für einen Preis von 69,90 € pro Sensor auf den Markt, der FreeStyle Libre 3 wird in Deutschland von Abbott nur noch in der Plus-Version (15 Tage Laufzeit, 70,60 €) zum Verkauf angeboten. Der Dexcom G7 ist deutlich teurer: Er kostet als Einzelsensor (10 Tage Laufzeit) 99 € und als Dreierpack (Monatsbedarf) 269 €. Die Kosten für alle drei Sensoren werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dazu ist in der Regel ein Rezept eines Facharztes für Diabetologie notwendig.

Basierend auf meinen Erfahrungen würde ich, wenn der Dexcom G7 nicht verfügbar wäre, dem Accu-Chek Smartguide wegen seiner Messgenauigkeit und Kalibrierbarkeit den Vorzug vor dem FreeStyle Libre 3 geben. Die noch etwas eingeschränkten Auswertungsmöglichkeiten werden in Zukunft sicher von Roche/Accu-Chek noch ergänzt werden.

Für einen automatisierten Insulinpumpenbetrieb (AID, Automatisierte Insulindosierung) gibt es aktuell beim Smartguide noch keine Möglichkeit. Das dauert erfahrungsgemäß eine längere Zeit und da spielt selbst der ältere Dexcom G6 aktuell auch drei Jahren nach Einführung des G7 immer noch eine gewichtige Rolle, obwohl aktuell immer mehr Anbindungen des G7 an Insulinpumpen auf den Markt kommen.

Für aktiv in ihre Behandlung involvierte Diabetiker ist der Dexcom G7 mit seinen vielen Warn- und Auswertungsmöglichkeiten meines Erachtens (aktuell noch) das bessere CGM-System.

Wer sich für die Details interessiert findet hier meinen ausführlichen vorläufigen Zwischenbericht: Accu-Chek Smartguide Test und Vergleich mit dem Dexcom G7.pdf

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