Test Blutzuckermessgeräte Okt. 2026
Vorbemerkung, getestete Geräte
Gefühlt seit Jahrzehnten benutze ich das Accu-Chek Aviva. Früher als
alleiniges Gerät zur Blutzzuckermessung, später als Kontrollgerät und zur
Kalibrierung des Dexcom Sensors. Da das Accu-Chek Aviva ein Auslaufgerät ist,
habe ich mir Gedanken über ein Nachfolgemodell gemacht und bin zunächst bei
Accu-Chek geblieben. Eher unstrukturiert habe ich das Accu-Chek Guide und auch
das Accu-Chek Instant ausprobiert. Das Accu-Chek Instant lieferte bei mir sehr
unzuverlässige Werte, die sowohl von den Vergleichsmessungen der beiden
anderen Accu-Chek Geräte als auch von den Werten des kalibrierten Dexcom G7
abwichen, so dass ich es nicht für sinnvoll
erachtete, es nach dem Verbrauch der beiligenden Teststreifen weiter zu testen.
Beim Quartalschek fragte ich meine Diabetologin, welches Gerät sie
empfehlen könne. Sie empfahl das Contour care von
Ascensia Diabetes Care Deutschland GmbH, welches sie auch Frauen mit
Gestationsdiabetes (Störung des Blutglukosestoffwechsels, der während der
Schwangerschaft auftritt und anschließend in der Regel wieder verschwindet)
verschreibt, da es dort auf besonders genaue Werte ankommt. Sie hat mir ein
Testgerät mitgegeben und entsprechende Teststreifen verschrieben.
Also verglich ich die Blutzuckermessgeräte Accu-Chek Aviva, Accu-Chek
Guide und Contour care von Asensia.

Meine Nutzung von Blutzuckermessgeräten
Normalerweise nutze ich ein Blutzuckermessgrerät nur beim Wechsel der Dexcom G7-Sensoren alle 10 Tage. Mein Workflow beim Sensorenwechsel ist wie folgt: Ich setze den neuen Sensor immer morgens und behalte den alten Sensor mit seiner Zusatzlaufzeit von 12 Stunden noch. Die Werte des alten Sensors empfange ich weiterhin über das Smartphone, die des neuen Sensors über mein zusätzliches Empfangsgerät. Mittags und abends sowie am nächsten Morgen nehme ich dann Kontrollmessungen mit einem Blutzuckermessgerät vor. In der Testphase waren dies dann eben drei statt nur einem Blutzuckermessgerät. Bei den Werten mittags und abends habe ich zusätzlich eine Vergleichsmöglichkeit zwischen dem alten, kalibrierten Sensor und dem neuen unkalibrierten. In der Regel ist bei mir eine Kalibrierung des neuen Sensors notwendig, da die G7-Sensoren beim Start immer deutlich zu hohe Werte anzeigen. Bei Bedarf kalibriere ich den Sensor ein zweites Mal am nächsten Morgen. Danach brauche ich das Blutzuckermessgerät nicht mehr, es sei denn, ich bin unsicher, ob der vom Sensor angezeigte Wert stimmt (z.B. bei einem Compression-Low).
Erfahrungen mit der Messgenauigkeit
In der Zeit von Anfang August bis Ende Oktober 2026 notierte ich die gemessenen Werte der unterschiedlichen Geräte. Erstaunlich war für mich, dass das ältere Accu-Chek Aviva Blutzuckermessgerät, dem ich so lange vertraut hatte, doch eine etwas größere Abweichung von den anderen BZ-Messgeräten und dem kalibrierten G7-Sensor aufwies. Accu-Chek Guide, Contour care von Asensia und der kalibrierte G7-Sensor lagen meist sehr nahe beieinander. Der neue unkalibrierte G7-Sensor zeigte meist zu hohe Werte an. Details dazu siehe: Gemessene Werte (PDF)
Handhabung der Geräte
Entscheidend für mich ist die Einfachheit des Messvorgangs, also die Entnahme
des Teststäbchens aus der Dose, das Einführen des Teststäbchens in das Gerät,
das Aufbringen des Blutes und letztendlich auch das Abschalten des Gerätes.
Das Accu-Chek Aviva ist mir vertraut und ich empfand die Bedienung immer
als sehr einfach einfach: Die Teststäbchen
sind leicht aus der runden Dose zu entnehmen, auch ohne (Lese-)Brille ist klar
zu erkennen, dass die eckige Seite in das Gerät geschoben wird und auf die
abgerundete Seite das Blut aufgetragen wird. Wenn man das Teststäbchen entnimmt
schaltet sich das Gerät automatisch ab.
Das Contour care von Asensia funktioniert exakt auf die gleiche Weise. Es hat
zusätzlich den Vorteil, dass nachträglich noch Blut aufgetragen werden kann,
wenn einmal zu wenig Blut für eine Messung auf dem Teststreifen war. Das spart
ein zusätzliches Teststäbchen.
Das Accu-Chek Guide hat mich dagegen in der Handhabung enttäuscht:
Die Teststäbchen sind deutlich kleiner, an beiden Enden eckig und eng gepackt in
einer Teststreifenbox. Wenn man sich vor der Messung die Hände wäscht und diese
eventuell noch etwas feucht sind, dann muss man sehr aufpassen, dass man die
Auftragfläche für das Blut nicht benetzt. Zudem erwischt man häufig zwei oder
drei Teststäbchen, die dann aus der engen Box fallen und wieder einsortiert
werden müssen. Wenn man ein herausgefallenes Teststäbchen benutzt, dann ist
es schwierig das Ende zum Einführen
in das Gerät und das für den Blutauftrag zu unterscheiden. Die letzten
Teststreifen verkeilen sich am Boden der Box und man muss sie heraus klopfen.
Obwohl das Gerät über eine Auswurftaste für das benutzte Teststäbchen
verfügt, schaltet es sich danach nicht automatisch ab.
Fazit
Nach diesem Test werde ich auf das Contour care von Asensia umsteigen, da es
mich sowohl mit seiner Messgenauigkeit als auch in der alltäglichen Handhabung
überzeugt hat. Ich habe mir deshalb von Asensia ein zweites Gerät
(kostenloses Testexemplar) zusenden lassen, um bei Ausfall eines Messgerätes
einen entsprechenden Ersatz zu haben.
Wie schon anderweitig erwähnt: Ich bin ein Erfahrungsmensch und teste gerne
verschiedene Geräte, um danach zu entscheiden, was am besten zu mir passt.
Deshalb meine Aufforderung: Holen Sie sich Testgeräte verschiedener Hersteller.
Diese gibt es in der Regel kostenlos inklusive 10 Teststreifen. Testen Sie diese
und verwenden Sie das Gerät, mit dem Sie am besten klar kommen.